Sexualität / Sexualmagie

Sexualität wird von den meisten Menschen als wichtig erachtet, um sich vollständig und erfüllt zu fühlen. Ein von Eltern und Gesellschaft anerkanntes und vorgelebtes Programm besagt, dass Vollkommenheit und Glück von einem Partner abhängig sind. So beginnt die größte Illusion: Ich brauche jemanden, der für mich da ist und der mich glücklich macht.

 

Also wird aus einem Mangel heraus der Partner zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse benutzt. Ist der Mensch bereitwillig, aus dieser Illusion aufzuwachen, öffnet sich zu gegebener Zeit etwas scheinbar Neues in ihm. Das Neue ist das Alte, das ein Leben lang unterdrückt wurde und jetzt in ihm lebendig fühlbar wird. Die Lebendigkeit entspringt aus dem Entspanntsein des Menschen, in dem eine empfängliche Anziehung für das Leben durch ihn wirkt, das ihm in jedem Moment genau das gibt, was ihn erfüllt und sättigt.

 

Nach und nach, wenn sich dieses Erleben integriert hat, erwächst daraus zunehmend Vertrauen in das Leben, in dem eine Wahrnehmung in dem Menschen schwingt, die immer wieder neu mit umfassender Sensibilität gespeist wird.

 

Hier ist nicht mehr das Ziel: "Sex machen, um zum Höhepunkt zu kommen, um sich besser zu fühlen." Hier durchströmt den Menschen eine wärmende Liebe, in der er den Augenblick einfach genießen kann, in der Zeit und Ziel erlöschen. Hier ist es nicht mehr wichtig, was er tut und wie er es tut, es geschieht einfach. Seine Hingabe an das Leben entfacht zunehmend eine Empfänglichkeit in seinem Herzen für das Mysterium, das nicht fassbar ist, das in ein magisches Erleben mündet. So wandelt sich Sexualität in Sexualmagie, die transform-ierend wirkt, die nicht mal eine Berührung benötigt, um das zu erleben, was im Menschen geschieht.