Gefühle lieben

 

Schon in der Kindheit wird uns beigebracht, wie wir sein sollen: "ein Junge darf nicht weinen", "ein Mädchen darf nicht wütend sein" und so geschieht es mit vielen anderen Gefühlen. Unser wahres Wesen wird durch viele, von den Vorfahren übernommene Programme und Konzepte systematisch unterdrückt. 

Mit dieser Prägung gehen wir zur Schule, zur Arbeit, in die Partnerschaft, so dass die festen Programme Bestandteil unseres Lebens werden und wir denken, so sei es "richtig", bis wir vielleicht erkennen, dass sich eine latente Unzufriedenheit im täglichen Erleben breit macht. Ein weiterer Wegweiser und Helfer ist unser Körper, der sich vielleicht schon mit einigen Erkrankungen meldet und damit signalisiert: "kümmere dich um mich". 

Aber das Leben schenkt uns auch andere Möglichkeiten, zu erwachen, beispielsweise Schicksalsschläge und Traumata. Wenn durch solche Ereignisse etwas in uns berührt wird, kann sich daraus früher oder später eine Bereitschaft entwickeln, genauer hin zu schauen. Durch diese Bereitschaft hört das Kämpfen gegen das Leben auf, so dass immer mehr das Vertrauen in das Leben wächst. 

Schritt für Schritt fällt die Rüstung von uns ab und wir erkennen, wie wir wirklich sind, mit all den dazu gehörenden Gefühlen und Handlungen, die sich im Moment durch uns ausdrücken. Je mehr wir uns trauen, so zu leben, wie wir wirklich sind, umso mehr erkennen wir, dass es das Natürlichste und Einfachste ist.

 

1. Was geben dir die Gefühle, wenn du sie liebst und lebst?  

Wenn du sie liebst und lebst, ist jedes Gefühl für dich gleichwertig.

Ihre Koexistenz ist ein beständiges Wechselspiel. Dein Ja für dieses Wechselspiel beschenkt dich zunehmend mit wachsendem Frieden und Freude in dir und nach und nach lichtet sich dein wahres Potential.

 

2. Was hindert dich daran, die Gefühle zu leben?

Das unbewusste System der Gesellschaft programmiert schon das Kind, welche Gefühle nicht erlaubt sind und nicht gezeigt werden dürfen, zum Beispiel: "Ich darf nicht weinen, ich darf nicht wütend sein, ..."

Damit verbunden ist ein Dauermonolog: „Ich muss mich anstrengen, um noch besser zu werden, ich brauche etwas oder jemanden, um glücklich zu sein, mir fehlt etwas, ich habe nicht genug, ich bin nicht genug.“

Gefühle wie Druck, Anspannung, Wertlosigkeit und Mangel erzeugen täglich eine unterschwellige Unzufriedenheit. Um diese nicht zu spüren, wird nach Attraktionen und Abwechslung gesucht, die durch unbewusste Kompensation, wie zum Beispiel Essen, Fernsehen, Rauchen, Alkohol, Kaufen und vieles mehr, diese unerwünschten Gefühle überdecken.

 

3. Was heißt es, Gefühle zu erlauben und sie zu leben?

Ab "Jetzt" sich zu trauen, bedeutet nichts anderes als sich treu zu sein in jedem Moment.

Ein  großes Ja zum Leben und den damit verbundenen Gefühlen.

Also, wenn du wütend bist, sei wütend, fühle es, erlaube es, liebe es ohne jemanden dafür verantwortlich zu machen -

er ist schuld daran dass ...

oder dich zu verurteilen - das war blöd ...

oder zu analysieren - warum ist das jetzt so ...

 

Du bist wütend, weil du wütend bist, 

 

du darfst so sein, wie du jetzt bist.

 

Du bist frei